Energie

Der Energiebereich ist eines der wesentlichen Felder, auf denen Veränderungen vorangetrieben werden müssen, um das Klimaneutralitätsziel zu erreichen. Die seit einiger Zeit auf allen Ebenen begonnen Energiewende muss auch auf der Ebene der Stadt Gießen weiter beschleunigt werden.

Auch wenn Gießen dabei in der Vergangenheit schon einige Schritt in die richtige Richtung geleistet hat, müssen die Emissionen klimarelevanter Gase weiter deutlich reduziert werden.

  •  Der Gesamtenergie-Verbrauch pro Einwohner ist im Zeitraum von 1990 bis 2017 zwar zurückgegangen, die von der Stadt Gießen selbst gesetzte Zielmarge von 50 % Reduktion bis 2010 wurde aber sehr deutlich verfehlt.
  • Der Anteil an erneuerbaren Energien hat in den Bereichen Strom und Wärme zugenommen. Bei Strom lag er 2017 bei ca. 35 %, bei Wärme allerdings nur bei ca. 13 %, obwohl durch das Gießener Fernwärmenetz schon viel erreicht wurde. Durch Inbetriebnahme neuer Anlagen in 2018/2019 (TREA II) kann der Wert um einiges verbessert werden.
  • 2017 wurden ca. 53 % des Netzstrombedarfs in Gießen dezentral erzeugt, ca. 49 % in KWK-Anlagen, ca. 4 % in PV-Anlagen.

Wenn auch die bisher nicht öffentlich verfügbaren Werte für 2018 besser sein werden, müssen in allen Bereichen die Anteile erneuerbarer Energien drastisch zunehmen. Einige Planungen dafür gibt es schon, wie z. B. den Hochtemperaturspeicher auf dem Motorpool-Gelände oder weitere geplante sog. KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung).

Welche Schritte müssen in den kommenden Jahren im Energiebereich zusätzlich angegangen werden?

Im Vordergrund steht für uns, dass die Stadtwerke Gießen sich verstärkt in Richtung eines Klimaschutzdienstleisters entwickeln (sowohl für Unternehmen/Institutionen als auch für Privatpersonen). Dies bedeutet, dass entsprechende Beratungskompetenzen ausgebaut werden sollten, um den Weg Richtung Klimaneutralität für Haushalte und gewerbliche Kunden effektiv begleiten zu können. 

Darüber hinaus gibt es vielfältige Ansätze in Bezug auf die Energiegewinnung und -bereitstellung, die in den kommenden Monaten gemeinsam mit anderen Gruppierungen herausgearbeitet werden sollen. Dazu zählen z. B. 

  • Installation von PV-Anlagen auf allen Dächern kommunaler Gebäude
  • Beschleunigte Weiterführung der energetischen Sanierung städtischer Gebäude
  • Verstärkte Einbeziehung erneuerbarer Energien in die Stromversorgung durch die SWG (Erwerb von Anteilen Wind-, Wasserkraft)
  • Ehrliche Analyse der Klimarelevanz der Fernwärme (u. a. Berücksichtigung der Ausstöße durch Kleinfeuerungsanlagen/Öfen, die in den Haushalten ohne Filteranlagen eingesetzt werden, um die teure Fernwärme zu ersetzen bzw. vermeiden)